Vorsicht im Internet Adware – ein immenses Problem in der Cybersicherheit

Als Nutzer*innen des Internets seid ihr Adware sicherlich auch schon einmal über den Weg gelaufen. Sie ist in der Regel als unerwünschte Software bekannt, die auf einem Computer installiert wird, um Werbung anzuzeigen. Diese wird zum Beispiel in Form von Pop-ups angezeigt und kann sehr lästig sein – das ist jedoch nur das geringste Problem. Bleibt unbedingt dran, wenn ihr alles Wichtige zum Thema Adware erfahren wollt.

Was ist der Unterschied zwischen Adware und Malware?

Adware ist ein Software-Typ, der darauf abzielt, euch als Nutzer*innen mit werbebasierten Inhalten zu bombardieren, während ihr eine Anwendung nutzt. Der Grund dafür ist, dass die Entwickler*innen der Adware durch die Anzeige von Werbung an Nutzer*innen Geld verdienen können. Obwohl Adware nicht unbedingt schädlich ist, kann sie dennoch sehr penetrant sein und die Arbeitsweise des Systems beeinträchtigen.

Malware hingegen ist Software, die einen Schaden an Nutzer*innen, Computern oder Netzwerken verursacht, darunter Datendiebstahl, Spionage, finanzielle Betrügereien und vieles mehr. Malware kann auch in der Lage sein, Passwörter zu stehlen, persönliche Daten zu sammeln oder den Zugang zu einem Netzwerk zu gewähren. In diesem Beitrag erfahrt ihr mehr darüber.

Während Adware dafür sorgt, dass ihr viel Werbung auf eurem Rechner seht, stiehlt Malware aktiv Daten oder verursacht anders direkten Schaden. © Shutterstock, Gorodenkoff
Während Adware dafür sorgt, dass ihr viel Werbung auf eurem Rechner seht, stiehlt Malware aktiv Daten oder verursacht anders direkten Schaden. © Shutterstock, Gorodenkoff

Warum ist Adware ein Problem?

Die Auswirkungen von Adware können breit gefächert sein, aber es gibt einige Hauptprobleme: Eines ist, dass sie die Leistung des Computers oder mobilen Geräts beeinträchtigt. Da Adware im Hintergrund läuft, kann sie den Prozessor und den Speicher des Geräts belasten, was zu Verlangsamungen, Abstürzen und anderen Problemen führen kann. Dies kann besonders ärgerlich sein, wenn man versucht, wichtige Aufgaben auszuführen oder einfach nur schnell im Internet zu surfen.

Ein weiteres Problem von Adware ist, dass sie oft mit anderen schädlichen Programmen gebündelt wird. Adware kann in vielen Fällen als Transporter für Malware dienen, da sie das Opfer dazu bringt, auf verdächtige Links und Anzeigen zu klicken. Dies gibt dann Malware die Chance, auf dem System des Opfers installiert zu werden. Die potenziellen Folgen: Identitätsdiebstahl, Datenverlust und finanzielle Schäden.

Adware ist auch ein Problem für die Privatsphäre und den Datenschutz der Nutzer*innen. Darauf kommen wir an späterer Stelle noch einmal zu sprechen.

Durch Adware kann andere schädliche Software auf euren Computer oder euer System gelangen. © Shutterstock, WhataWin
Durch Adware kann andere schädliche Software auf euren Computer oder euer System gelangen. © Shutterstock, WhataWin

Wie funktioniert Adware?

Adware-Programme gelangen über verschiedene Wege auf euren Computer. Oftmals werden sie durch das Herunterladen von kostenlosen Programmen oder Software-Bundles auf euer System geladen. In einigen Fällen können Adware-Programme auch durch das Öffnen von E-Mail-Anhängen oder durch das Surfen auf infizierten Websites installiert werden.

Einmal auf euren Computer geladen, funktionieren Adware-Programme ähnlich wie Spyware-Programme, die eure Daten heimlich an Dritte versenden. Sie sammeln Informationen über eure Online-Aktivitäten und erstellen ein Profil, das an Werbetreibende verkauft werden kann.

Diese Werbetreibenden verwenden die Informationen, um personalisierte Werbung anzuzeigen, die auf eure Interessen zugeschnitten ist. Wie wir bereits wissen, können Adware-Programme auch unerwünschte Pop-up- und Banner-Anzeigen auftauchen lassen. Diese erschweren das Surfen im Internet. Sie können oft schwer zu schließen sein und sich sogar selbst öffnen, wenn ihr auf eine andere Website wechselt.

Adware-Programme können auch dazu führen, dass euer Computer aufgrund von Ressourcenmangel langsamer wird, da die Adware unsichtbar im Hintergrund läuft.

Gelangt Adware auf eueren Computer oder Handy funktioniert es ähnlich wie Spyware und versendet eure Daten an Dritte um euch Werbung zu zeigen. © Shutterstock, Bits And Splits
Gelangt Adware auf eueren Computer oder Handy funktioniert es ähnlich wie Spyware und versendet eure Daten an Dritte um euch Werbung zu zeigen. © Shutterstock, Bits And Splits

Wie verbreitet sich Adware?

Eine der häufigsten Methoden, wie Adware verbreitet wird, ist die Verwendung von Freeware-Programmen. Oft sind diese kostenlosen Programme mit Adware gebündelt, die während der Installation auf dem Computer des Benutzers installiert wird. Eine weitere Möglichkeit, wie Adware verbreitet wird, ist durch bösartige Links auf Websites. Wenn Benutzer*innen auf einen solchen Link klicken, wird oft eine Adware-Infektion auf dem Computer installiert. Dies kann auch durch das Herunterladen von Dateien aus unsicheren Quellen oder durch das Öffnen von E-Mail-Anhängen von unbekannten Absendern geschehen.

Social Engineering ist auch eine weit verbreitete Methode, um Adware zu verbreiten. Hacker*innen können gefälschte Pop-up-Anzeigen erstellen, die behaupten, dass Benutzer*innen ein Sicherheitsproblem auf ihrem Computer haben. Die Benutzer*innen werden dann aufgefordert, eine Software herunterzuladen, um das Problem zu beheben, die dann Adware auf ihrem Computer installiert.

Schließlich kann Adware auch über Peer-to-Peer-Netzwerke, also ein internes Rechnernetz, wie BitTorrent, verbreitet werden. Wenn Benutzer*innen eine Datei aus einem solchen Netzwerk herunterladen, kann die Adware häufig direkt auf ihrem Computer installiert werden.

Adware kommt oft über verdächtige Links in einer E-Mail. Achtet also darauf, auf welche Links ihr klickt. © Shutterstock, Golden Sikorka
Adware kommt oft über verdächtige Links in einer E-Mail. Achtet also darauf, auf welche Links ihr klickt. © Shutterstock, Golden Sikorka

Welche Folgen hat Adware für den Datenschutz?

Im Zusammenhang mit Adware besteht die Verletzung des Datenschutzes darin, dass die Nutzer*innen möglicherweise nicht wissen, dass ihre Informationen gesammelt und verwendet werden. Außerdem haben sie keine Kontrolle darüber, wer auf ihre Daten zugreift.

Adware kann, wie bereits erwähnt, auch ein Einfallstor für andere Arten von Malware sein, einschließlich Spyware und Trojaner. Diese können verwendet werden, um auf sensible Informationen zuzugreifen, wie Passwörter, Kreditkarteninformationen und andere persönliche Daten.

Woran kann eine Adware-Infektion erkannt werden?

Symptome von Adware-Infektionen können je nach Schweregrad der Infektion variieren. Einige Anzeichen können jedoch auf eine mögliche Infektion hinweisen: Eine der offensichtlichen Merkmale ist das plötzliche Auftauchen von Pop-up-Fenstern. Diese Werbefenster können angezeigt werden, wenn ihr im Internet surft oder wenn ihr ein Programm auf eurem Computer verwendet. Ein weiteres häufiges Symptom ist das Erscheinen von unerwarteten Symbolen auf eurem Desktop oder in eurem Ordnerbereich. Diese können Verknüpfungen zu Websites sein oder auch Programme, die ihr nicht installiert habt.

Adware kann auch den Start eures Computers verlangsamen. Wenn ihr feststellt, dass euer Computer beim Hochfahren ungewöhnlich lange braucht, ist es möglich, dass Adware auf eurem System installiert ist. Eine weitere häufige Folge von Adware-Infektionen ist die Umleitung von Suchanfragen. Wenn ihr beispielsweise nach einem bestimmten Begriff sucht, könnt ihr auf eine Seite weitergeleitet werden, die nichts mit eurem ursprünglichen Suchbegriff zu tun hat.

Adware kann wie ein Einfallstor für Malware oder Trojaner wirken. © Shutterstock, Skorzewiak
Adware kann wie ein Einfallstor für Malware oder Trojaner wirken. © Shutterstock, Skorzewiak

Wie lässt sich Adware entfernen?

Es kann schwierig sein, Adware manuell zu entfernen, da sie oft tief im System verankert ist. Hier sind die Schritte, die ihr unternehmen könnt, um Adware manuell von eurem Windows Computer zu entfernen.

  1. Startet euren Computer im abgesicherten Modus neu.
  2. Öffnet den Task-Manager, indem ihr die Tasten „Strg + Alt + Entf“ drückt. Überprüft alle laufenden Prozesse und beendet alle, die mit der Adware in Verbindung stehen könnten.
  3. Geht zu eurem Installationsverzeichnis und sucht nach Dateien, die mit der Adware in Verbindung stehen könnten. Eine schnelle Google-Suche kann euch helfen, die Dateien zu identifizieren.
  4. Löscht alle verdächtigen Dateien, aber seid vorsichtig, da das Löschen von wichtigen Systemdateien zu Problemen führen kann.
  5. Entfernt alle Adware-Add-ons und -Erweiterungen von eurem Browser.
  6. Scannt euer System mit einem Anti-Virus-Programm, um sicherzustellen, dass alle Adware-Dateien entfernt wurden.

Welche Vorsichtsmaßnahmen helfen gegen Adware?

Um Adware wirksam vorzubeugen, gibt es einige grundlegende Schritte, die alle Nutzer*innen befolgen sollten. Zunächst sollte man sicherstellen, dass man nur vertrauenswürdige Software aus seriösen Quellen herunterlädt. Es ist wichtig, dass man sich vor der Installation der Programme über sie informiert, um sicherzustellen, dass man keine Adware und andere unerwünschte Programme enthalten.

Es ist auch sinnvoll, ein Antivirenprogramm zu installieren und regelmäßig zu aktualisieren. Die meisten Antivirenprogramme bieten auch zusätzliche Tools, um Adware zu erkennen und zu entfernen. Es ist wichtig, diese Tools regelmäßig zu verwenden, um sicherzustellen, dass das System frei von Adware bleibt.

Um Adware zu vermeiden, sollte man auch vorsichtig sein, welche Websites man besucht und welche Links man anklickt. Es ist ratsam, Pop-up-Fenster zu blockieren und eine Firewall einzurichten, um unerwünschter Werbung und möglichen Sicherheitsbedrohungen vorzubeugen.

Ein Anti-Virus-Programm hilft euch bei der Abwehr gegen Adware – sofern die Software stets aktuell ist. © Shutterstock, Tapati Rinchumrus
Ein Anti-Virus-Programm hilft euch bei der Abwehr gegen Adware – sofern die Software stets aktuell ist. © Shutterstock, Tapati Rinchumrus

Ist Adware legal?

Einige Arten von Adware sind legal, solange sie bestimmte Regeln und Vorschriften einhalten. Es ist beispielsweise erlaubt, Nutzer*innen Werbung zu zeigen, solange sie sich freiwillig dafür entschieden haben, diese anzusehen. Dies kann der Fall sein, wenn Nutzer*innen eine bestimmte App oder ein Programm herunterladen, das ihnen diese Werbung zeigt, oder wenn Nutzer*innen bestimmte Webseiten besuchen, die Anzeigen schalten.

Allerdings gibt es auch illegale Arten von Adware, die ohne das Wissen oder die Zustimmung der Nutzer*innen installiert werden. Die Legalität von Adware hängt in der Regel davon ab, wie sie verwendet wird. Es ist wichtig zu beachten, dass einige Arten von Adware gegen die Datenschutzgesetze verstoßen können, insbesondere wenn sie persönliche Informationen von Nutzer*innen sammeln. Aus diesem Grund ist es in einigen Ländern illegal, Adware zu verwenden oder zu produzieren, die in einer Weise eingesetzt wird, die gegen die geltenden Datenschutzgesetze verstößt.

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Das Internet ist keinesfalls ein sicherer Ort. Bereits kleine Unaufmerksamkeiten können Privatpersonen und Unternehmen viel kosten. Daher ist ein umfangreicher Cyberschutz von größter Wichtigkeit. Das beginnt bei der Gefährdungsbeurteilung. Smart Data Center bietet euch nicht nur einen topmodernen Cyberschutz mit Recovery-as-a-Service, sondern auch eine kostenlose Gefährdungsbeurteilung. Bei Smart Data Center erhaltet ihr den höchsten Standard in der Cybersicherheit unter den Datenschutzbestimmungen der DSGVO. Folgt uns gerne auf LinkedIn, um immer auf den neuesten Stand zu bleiben.

Beitragsbild: © Shutterstock, Tapati Rinchumrus

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